Die Kolpinghäuser waren ursprünglich im 19. Jahrhundert entstandene katholische Gesellenhospize (Gesellenhospitium), die wandernden Gesellen eine Grundversorgung anboten.
Ursprünge
Gegründet wurden die Kolpinghäuser vom katholischen Priester und Sozialreformer Adolph Kolping, der angesichts der Auflösung der sogenannten Meisterfamilien und des Verlustes familiärer und religiöser Werte ein karitatives "Hospiziensystem" entwickelte, das als Ergänzung zu den zuvor von Kolping gegründeten Gesellenvereinen fungierte.
Gegenwart
Mittlerweile haben sich die Kolpinghäuser den
unterschiedlichen Gästeerwartungen angepasst und weiterentwickelt. Die
ca. 260 Kolpinghäuser in Deutschland bieten ein differenziertes
Angebot. Viele Kolpinghäuser dienen jungen Menschen als Jugendwohnheime
in der Ausbildungszeit zur Unterkunft, Verpflegung und pädagogischen
Begleitung. Häufig arbeiten die Kolpinghäuser mit Einrichtungen des
Kolping-Bildungswerkes zusammen, um Jugendlichen mit verminderten
Ausbildungschancen den Einstieg in das Erwerbsleben zu ermöglichen.
Auch Studenten/-innen, Arbeitnehmer/-innen, Senioren sowie sozial
Schwachen wird Wohnraum in Kolpinghäusern angeboten.
Zahlreiche Kolpinghäuser dienen als Vereinshäuser der örtlichen Kolpingsfamilien und weiteren kirchlichen und kommunalen Gruppierungen für bildende und gesellige Zwecke.
Kolpinghäuser werden auch als Kolping-Hotels und Restaurants im mittleren Standard genutzt. Sie sind rechtlich und wirtschaftlich selbständig. In der Regel besteht für das Hausvermögen ein eigener Rechtsträger in Form eines eingetragenen Vereins, einer Stiftung oder einer GmbH. Kolpinghäuser stehen allen Interessierten - auch Nichtmitgliedern - unabhängig von deren religiöser und/oder politischer Orientierung (auf dem Boden des Grundgesetzes) offen.
Über die Kolpinghäuser in Deutschland hinaus gibt es auch in zahlreichen anderen Ländern Häuser in der Trägerschaft des Kolpingwerks.
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